Eine geheime Geschichte des Christentums und der Kirche?
Die ersten Christen waren die sog. „Judenchristen“, wie sie fast ein wenig abwertend in der Theologie genannt werden. Und doch waren sie natürlich die christlichsten Christen, die es je gab, da sie ja Jesus zeitlich und örtlich am nächsten standen und viele von ihnen von Jesus „aus erster Hand“ gelernt hatten. Es gab unter ihnen eine Gruppe, die Ebioniten, in welcher die Reinkarnation gelehrt wurde. Von den anderen „Judenchristen“ weiß man heute nicht mit Sicherheit, ob zumindest einige davon es auch taten. Aus diesem „Judenchristentum“ entstand die erste große christliche Bewegung: das gnostische Christentum, das erwiesenermaßen ebenfalls die Reinkarnation lehrte. Die gnostischen Christen wurden in Anschluss an das Konzil in Nizäa im 325 als Ketzer erklärt.
Paulus bekämpfte als Saulus das Christentum. Welches Christentum? Es gab dann nur die „Judenchristen“ und die Gnostiker. Dann hatte er seine Bekehrung, wurde zu Paulus und fing an, seine eigene Variante vom Christentum zu lehren. Er wird wohl kaum zu seinen früheren Gegnern und Verfolgten übergetreten sein … Damit fing eine Abkehr vom echten Christentum an, die schließlich in ein entfremdetes Kirchentum mündete. Nun war die Reinkarnation kein Thema mehr, sondern sie wurde als Irrlehre betrachtet. In der Theologie hat man bis ins 20. Jahrhundert die Gnostiker als nicht wirklich christlich bezeichnen wollen, mit der Behauptung, dass ihre Lehren auf eine vorchristliche jüdische und/oder evtl. griechische Gnostik zurückgingen. Neuere Forschungen haben diese Auffassung widerlegt und die Gnostiker mit der Erklärung rehabilitiert, dass keine vorchristliche Gnostik als Ursprung nachweisbar ist. Sie waren echte Christen.
Siehe den Anhang 2 unten.
Was Pauli Bekehrung betrifft, möchte ich erst einen Vergleich mit der Vision Konstantins heranziehen. Der Letztere sah am Himmel ein Kreuz aus Licht und dazu die Worte: „In diesem Zeichen wirst du siegen“ (es gibt auch ein paar abweichende Darstellungen der Geschichte, in welchen von einem Traum die Rede ist). Der Kaiser verwendete dann das Zeichen in den Kämpfen und siegte. War diese Offenbarung wirklich von Christus? Von einem Christus, der uns lehrte: „Du sollst nicht töten“, „Wer zum Schwert greift soll durch das Schwert umkommen“ und „Liebet eure Feinde“? Der Widerspruch fällt ja krass auf! Christus hätte doch zum Frieden aufgefordert, zur Versöhnung mit jenen, die der Kaiser als Feinde betrachtete, usw. Also kann diese Vision offensichtlich nicht von Christus gekommen sein! Von wem dann? Viel eher von den unten erwähnten negativen Kräften, die das Kirchentum in Vielem zu einem Gegensatz zum wahren Christentum und die Kirche zum Werkzeug ihrer Macht machen wollten. Was ist demnach zu Pauli Bekehrung zu sagen? Er sah gemäß der Überlieferung ein helles Licht und hörte eine Stimme sagen: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich? “Könnte es sein, dass auch hier jene dunkle Kräfte einen unwissenden Agenten aus Saulus machen wollten, der ein abgewandeltes Christentum und eine Entfremdung von Jesu wahre Lehre in die Welt bringen sollte? Im Film Die letzte Versuchung Christi von Martin Scorcese sieht man den zur Schreinerei wiederkehrten Jesus über den redenden Paulus sagen, dass es doch falsch sei, was er da verkündete. Darauf verzichtete Jesus im Film auf den Weg des Schreiners und kehrte zu seinem wahren Weg zurück und ließ sich kreuzigen. Wollte Scorcese hier eine ähnliche Fragestellung zum Ausdruck bringen?
Das Weltbild der Gnostiker war anders, als das der viel später entstandenen Kirche. Da es von allen mir bekannten Weltbildern zu Reinkarnation, Spontanerinnerungen und Rückführungserlebnissen am besten passt, will ich es als Ausgangspunkt hier darstellen:
• DIE GÖTTLICHE WELT
• 9 (3×3) Ebenen einer Engelhierarchie
• Die (10.) Ebene der Menschen
• Die (11.) Ebene von „Dämonen und Widersacher“
(Vgl. Origenes und Dionysios Areopagita.) Eine sehr kurze allgemeine Übersicht über das gnostische Weltbild steht hier.
Angesichts der Entwicklungen, wie sie während 2000 Jahren gewesen sind, erscheint die folgende Hypothese als wahrscheinlich oder zumindest möglich.
Negative Kräfte hatten vor 2000 Jahren weitgehend die Kontrolle über die Menschheit (und werden es immer noch haben). Dann kam Jesus und fing an, eine neue Spiritualität zu lehren, eine neue Religionsanschauung, wodurch langsam Information über eine solche negative Kontrolle der Menschheit hervorkam und Er einen Weg in die Freiheit zeigte – im Prinzip ähnlich wie das Prinzip Gandhis von „Nicht-Mitmachen” (zivilem Ungehorsam), nämlich das Üble und Böse nicht mitmachen. Die negativen Mächte waren besorgt, manipulierten den Hohen Priester Kaiphas und erlangten dadurch, dass Jesus getötet wurde. Ihre Hoffnung war, dass danach jene Bewegung, die Er gestartet hatte, sich langsam auflösen und verschwinden würde. Aber das Gegenteil geschah, die Bewegung wurde größer und stärker. Der Tod Jesu wurde effektiv zu einem Opfer, das der Bewegung nur noch mehr Kraft gab. So mussten die negativen Kräfte eine neue und an sich raffinierte Strategie entwickeln. Sie wollten das Christentum umgestalten, um ihrem eigenen Interesse zu dienen. Zuerst infiltrierten sie das frühe Christentum und gebrauchte dazu Paulus – eine Person, die nie Jesus gekannt und als Christenverfolger angefangen hatte – als ein vermutlich mehr oder weniger unbewusstes Werkzeug für diese Umgestaltung. Das paulinische Christentum gewann mit der Zeit in Macht über das gnostische Christentum. Durch den Kaiser Konstantin wurde dann die Macht des paulinischen (Pseudo-)Christentums zur Kirche erhoben. Das ursprünglichere gnostische Christentum wurde zu Häresie erklärt. Eine Kirche, die mit roher Gewalt Gegner und konkurrenzierende Bewegungen durch mörderische Kreuzzüge beseitigte, durch Inquisition, Verbrennungen von „Hexen“, Führen und Förderung von Kriegen, etc., usw., usf., …, in höchst unchristlichen Tätigkeiten, die Jesu Lehre zuwider sind … und diese Mächte beherrschen dadurch heute immer noch einen großen Teil der Menschheit. Das Kirchentum erscheint so eher als ein Antichristentum mit einer pseudochristlichen Fassade ...
Als eine weitere Hypothese können wir deshalb annehmen, dass die Form von Christentum, die der ursprünglichen Lehre Jesu am nächsten war, die Hauptströmung des gnostischen Christentums gewesen ist. Der christliche Gnostizismus war jedenfalls nicht später als das paulinische Christentum und entstand fast 300 Jahre früher als das Dogma der Kirche, die am Konzil von Nicäa in 325 gegründet wurde. Die Katharer-Version des gnostischen Christentums könnte das echteste Christentum sein, das wir je hatten … (vgl. Anhang 2).
Es gab um Jesus herum einen inneren Kreis seiner Jünger und einen äußeren Kreis der vielen anderen Menschen, die ihn immer wieder zuhörten und ihm angetan waren. Im inneren Kreis wird Jesus wesentlich mehr gesagt und gelehrt haben, als im äußeren Kreis. Vgl.: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (Joh 16,12). Was er nicht öffentlich sagte, wird er natürlich im inneren Kreis gelehrt haben.
Demnach ist es sehr gut denkbar, dass das gnostische Christentum aus dem inneren Kreis hervorgegangen ist, und das paulinische aus dem äußeren Kreis, das Letztere dann als ein „Christentum Light“, um mit einem modernen Produktbegriff zu vergleichen, also eine einfachere Form ohne die tieferen Belehrungen.
Vgl. den Artikel http://www.bibliotecapleyades.net/biblianazar/esp_biblianazar_50.htm
Zwei Christusse
Deshalb gibt es zwei Christusse. Der Echte, dessen Sprachrohr Jesus war, und ein vom Dogma erschaffener Schein-Christus, der der Politik einer weltlich gewordenen Kirche dienen soll.
Jesus und Gabriel
Der Engel Gabriel hat die Geburten von Jesus und Johannes angekündigt. Er hat später auch Muhammed den Koran gegeben. Schließlich hat er, unter dem Namen Moroni, Joseph Smith das Buch Mormon gegeben (die Mormonen halten jedenfalls Gabriel und Moroni für den gleichen). Gabriel gilt für manche, scheinbar u.a. in der Lehre der Tempelritter, als der „Unheilige Geist“ – als Gegenpol zum Heiligen Geist – wie in einer Dualität von einerseits Gott, Christus und dem Heiligen Geist und andererseits Satan, Luzifer und Gabriel. Es gibt auch Darstellungen von Gabriel, in welchen dieser Engel als weiblich erscheint. Das mag zu jener „Polarität“ passen, da den guten alten gnostischen Christen der Heilige Geist etwa als die weibliche Seite Gottes galt.
Gabriel gilt auch als ein Mondwesen. Scheinbar hängt das im Islam mit Allah als ein Mondgott zusammen, dessen Zeichen der Mondsichel ist.
Im 2. Kor 11,13-14 schrieb Paulus: „Denn solche falsche Apostel und trügliche Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes.“ (Paulus war ja selbst nicht ein echter Apostel Christi, da er, wie oben erwähnt, Jesus nie gekannt hatte.)
Es gibt zwar sehr wenige Hinweise darauf, dass Gabriel als „gefallener Engel“ auch eine dunkle und bösartige Seite hat, jedoch gilt er als „Engel des Todes“, der zur ihrer gegenseitigen Zerstörung unter den „Riesen“ (nephilim, 1. Mos 6,1-4) – Abkommen von den „Kindern der Götter“ und den „Töchtern der Menschen“ – Kriege verursachte (apokryphe Schriften Enoch 10,9-10 und Jubiläen 5,6-11. Manche halten ihn für einen „dunklen Engel“, der links von Gott steht. Ist er gewissermaßen ein „Vollstrecker“?
Der Name Gabriel kommt von gabri = Mann und el = Gott, also: „Mann-Gott“, oder etwas freier: „Mensch-Gott“. (In Sanskrit übertragen: naresha. Vgl. hier und hier.)
Maria wurde durch den Heiligen Geist schwanger, und nicht etwa durch Gabriel (Matt 1,18-20, Luk 1,41). Inkarnierte damit Christus als Jesus? Oder ist Christus „zu groß“, um als Mensch zu inkarnieren? Wurde eher sein Botschafter geboren, der ihn in der Menschheit vertreten sollte?
Jesus brachte eine neue Lehre und musste dafür sterben. Warum? Dafür trat Paulus auf die Bühne und er hat Jesu Lehre abgeändert. Warum? Wie passen hier die Puzzlestücke zusammen?
Erstens müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass derjenige Jesus, der heute Vorzeigefigur der Kirche ist, ein anderer ist, als der wahre Jesus. So, wie es zwei Christusse gibt (s.o.), gibt es auch zwei Jesusse. Wenn wir ihn nach dieser künstlichen Vorzeigefigur beurteilen, werden wir kaum richtig liegen. Die Kirche hat aus politischen Gründen aus ihm einen anderen gemacht, welcher das von Jesu ursprüngliche Lehre stark abgewandelte Dogma des Kirchentums entsprechen sollte. Hiermit führte die Kirche Paulus’ abgeändertes „Christentum“ im eigenen (und im oben genannten) Sinne weiter.
Bemerkenswert ist auch, dass es mehrere Indizien dafür gibt, dass es zwei Jesuskinder gab! Siehe u.a. diese Links:
http://wn.rsarchive.org/Lectures/FromJ2C1973/19111012p01.html
http://www.doyletics.com/arj/tibojrvw.htm
Es ist v.a. die Anthroposophie, die sich mit diesem „Mysterium“ befasst, aber die Quellen sind alt. Hat Rudolf Steiner etwas erschaut, das hätte geheim bleiben sollen?
Hypothese:
Angenommen, dass Gabriel eher zur dunklen Seite gehört, könnte seine Ankündigung von Jesu und Johannes’ Geburten damit zusammenhängen, dass man vorhatte, Jesus im eigenen Sinne steuern zu wollen. In wessen Sinne? Eben: so wie es die negative Seite haben wollte. Wenn Christus nun sein Sprachrohr in Jesus haben sollte und diese Geburt nicht von Gabriel&Co. veranlasst war, sondern von Christus selbst, wollte man dann eingreifen und schon im Mutterleib diesen Jesus im eigenen Interesse zu beeinflussen? Das mag sogar weitgehend gelungen sein. Jesus entwickelte sich früh zu einem Gelehrten in der alten Tradition, wie das Gespräch vor dem Tempel des damals 12-jährigen Jesus zeigt, bei dem die Rabbis ihn himmelhoch lobten.
Dann verschwand Jesus für 17 Jahre von der Bühne. Wo war er? Einige meinen: in Ägypten. Andere meinen: im Osten. Vieles spricht für das Letztere. Dann kam er zurück und war ganz anders. Hatte hier Christus eingegriffen, um seine Entwicklung zu berichtigen? Jesus hatte dann eine neue Lehre, welche dem damaligen Establishment und höchst wahrscheinlich erst recht Gabriel&Co. gar nicht passte. Deshalb sollte er sterben.
Gab es also „zur Sicherheit“ auch ein zweites Jesuskind, dass die Aufgabe weiter führen würde, sollte es mit den einen scheitern? Um sich ganz sicher zu sein, ließen Gabriel&Co. dann als eine „zweite Schiene“ in ihrem Sinne auch den Islam entstehen und auch, um bei „Bedarf“ das abgewandelte Christentum und den Islam im machiavellischen Sinne von „Teilen und Herrschen“ gegeneinander ausspielen zu können, was heute auch geschieht.
Maria Magdalena und Jesus
Das neue Buch Jesus von Nazareth vom Papst (der wahrscheinlich noch Kardinal Joseph Ratzinger war, als er es zu schreiben anfing) bestreitet erwartungsgemäß eine Beziehung zwischen Maria Magdalena und Jesus. Das wird gewissermaßen auch wahr sein – in Bezug auf den vom Dogma erschaffenen Pseudo-Jesus, und wohl eher nur auf ihn …
Zuerst betrachten wir die Behauptung, dass Maria Magdalena eine Prostituierte gewesen sei. Es gibt in der Bibel keinen Hinweis darauf, dass sie und die Prostituierte, die in Lukas 7,36-50 erwähnt wird, eine und dieselbe Person seien. Der Erste, der das behauptete, scheinbar um Maria Magdalena zu diskreditieren, war der Papst Gregor I in 591. Im Jahre 1969 hat aber die Kirche am 2. Vatikanischen Konzil dies für einen Irrtum erklärt und sich von einer solchen Verbindung distanziert.
Ob es nun um dieselbe Person geht oder nicht: Man bemerke, dass Jesus die Prostituierte verzieh. Wie können wir dann so überheblich sein, dass wir eine Person verurteilen wollen, die von Jesus verziehen wurde? Aber das ist eine Nebenbemerkung, da es sich ja nicht um die gleiche Person handeln wird.
Es gibt in einigen wenigen apokryphen Texten Hinweise darauf, dass Maria Magdalena und Jesus ein Paar gewesen seien. Ein solcher Text ist das Evangelium nach Petrus. Theologen datieren diesen Text zum späten ersten oder frühen zweiten Jahrhundert und wollen dann meinen, dass der Text erfunden sei, da er „zu spät“ entstand. Das beweist nur eines: dass das älteste Manuskript, das wir haben, etwa zum Jahr 200 herum datiert werden kann, das heißt, das Papier (oder der Papyrus), worauf er geschrieben wurde. Es beweist aber nicht, dass die Information darin nicht viel älter sein könnte – entweder mündlich weitergegeben oder auch in noch älteren Texten vorhanden gewesen, die uns verloren gegangen sind. Manuskriptdatierungen alleine beweisen nicht, dass der Inhalt nicht noch älter sein könnte.
Die Tradition erzählt, dass Maria Magdalena, ihre und Jesu Tochter und noch einige in einem kleinen Schiff von Israel flüchteten und nach einer langen Reise in der Camargue im Süden Frankreichs an Land gingen. Dort liegt heute eine kleine Stadt: Les-Saintes-Maries-de-la-Mer (siehe “History” > The Provençal Legend auf jener Webseite, vgl. Anhang 1 unten). Oder vielleicht war Maria Magdalena noch schwanger, als sie ankamen. Das sei der Anfang einer Jesus-Blutlinie im südlichen Frankreich. Ist das eine Erfindung? Wer kann wirklich beweisen, dass es eine sei? Und was wäre so schrecklich daran, wenn es wahr wäre?
Wie ich in meinem Buch Reinkarnation, Christentum und das kirchliche Dogma [4] besprochen habe, hat die Liturgie der Kirche kein einziges Gebet für die baldige Wiederkunft Christi! Es sieht aus, wie wenn man Seine Wiederkunft nicht haben will, da diese das Ende der kirchlichen Macht wäre. Sie würde ihre Macht Ihm übergeben müssen und für alles zur Rede gestellt werden, was sie falsch gemacht hat. „Wir haben jetzt die Macht, Christus kann warten“ …
Wenn es tatsächlich eine Blutlinie mit Genen gibt, die von Jesus her stammen, würde wohl die Kirche diese auslöschen wollen!
Es gab im Süden Frankreichs eine große und wichtige Gemeinschaft, die Katharer. Ihr Weltbild unterschied sich stark von dem der Kirche und sie lehrten sogar die Reinkarnation (siehe Anhang 2). Sie hielten sich strikt an Jesu Lehre. Zum Beispiel nahmen sie Seine Worte „Du sollst nicht töten“ derart ernst, dass sie Vegetarier waren. Im 13. Jahrhundert wurden sie in einem von der Kirche organisierten antichristlichen Völkermord total ausgerottet, ein Holocaust gegen die Katharer. Die Motivation war, dass sie „Häretiker“ (oder „Ketzer“ – das Wort kommt von „Katharer“) seien. Aber warum dann ein derart vollständiger Völkermord an sie, viel gründlicher als an anderen „Häretiker“? Könnte eine geheime Motivation gewesen sein, eine unter den Katharern vermutete Jesus-Blutlinie auslöschen zu wollen?
Wäre es nicht eine sehr raffinierte Strategie, wenn Jesus, der von seinen Gegnern umgebracht wurde, heimlich eine Blutlinie hinterließ, die sie nicht bekämpfen konnten? So wie seine Eltern nach Ägypten flüchten konnten und somit den Kindermassenmord des Herodes entgingen, entgingen vielleicht seine Genen den Gegnern durch eine „Flucht nach Frankreich“, um sich von dort aus in der Menschheit weiter zu verbreiten. Wäre das nicht eine sehr „schlaue“ Strategie? Würde dann die Wiederkunft eines Botschafters Christi durch jemand erwartet werden können, der Seine Genen trägt? Nicht unbedingt, aber vielleicht. Ist es das, was die Kirche verhindern wollte?
Der außergewöhnlich gründliche Holocaust an die Katharer (keiner überlebte – nicht einmal ein Kind, eine Frau oder ein alter Mann), unter der Ausrede von „Häresie“ – darunter ihre Lehre von der Reinkarnation! – scheint mir eher die Idee einer Jesus-Blutlinie in einem Teil der Menschheit zu bestätigen, weil das als eine geheime Motivation für die Täter an sich viel Sinn machen würde … und es gibt dann viel Hoffnung, dass das Auslöschen Seiner Blutlinie nicht 100%-ig war … dass ein Teil davon überlebte … und dass die Zukunft zeigen wird, was an Gutes daraus entstehen mag …
Reinkarnation und Christentum
Reinkarnation und die Bibel
Es wurde immer wieder behauptet, dass die Bibel die Reinkarnation widerspreche. Geht man zu den Urtexten in Griechisch bzw. Hebräisch zurück, findet man an entsprechenden Stellen, dass diese auch anders übersetzt werden können. Es gibt keinen stichhaltigen Widerspruch zur Reinkarnation, dafür mehrere Bibelstellen, die (richtig übersetzt) für die Reinkarnation sprechen.
Es wurde auch wiederholt behauptet, dass man Bibeltexte dahingehend abgeändert habe, dass Hinweise auf die Reinkarnation entfernt oder umformuliert wurden. Dafür gibt es keine Belege! Hingegen werden Bibelstellen in vielen Fällen aus taktisch-dogmatischen Gründen so übersetzt, dass eine andere (sprachlich richtige) Deutungsmöglichkeit uns vorenthalten und ein anderes Verständnis verschleiert wird. Das ist aber auch eine Manipulation …
Siehe hier.
Der Reinkarnationsglaube bei den ersten Christen
Wir haben oben gesehen, dass die gnostischen Christen und jedenfalls die ebionitischen „Judenchristen“ die Reinkarnation lehrten. So auch die Katharer, welche die letzten gnostischen Christen waren. Sie wurden im 13. Jahrhundert von den Kirchenleuten in einem Holocaust ausgerottet.
Hat die Fegfeuerlehre mit Reinkarnation zu tun?
Es gibt „Außenseitertheologen“, die das behaupten. Wir stellen fest:
• Das Dogma vom Fegfeuer wurde gleichzeitig mit der Katharerausrottung zum Dogma erhoben.
• Die Katharer sprachen von der Reinkarnation als ein Reinigungsprozess für die Seele.
• Das Dogma spricht vom Fegfeuer als ein Reinigungsprozess für die Seele.
Hat man also die Reinkarnationslehre der Katharer durch eine Fegfeurlehre ersetzen wollen? Das hat sogar der große katholische Theologe Karl Rahner angedeutet! Siehe hier.
Die katholische Lehre gibt drei Alternativen an:
• Warst du gut genug, kommst du nach dem Tod in den Himmel,
• warst du schlecht genug, kommst du (für immer!) in die Hölle,
• aber warst du ein mäßiger Sünder, gehst du erst durch das Fegfeuer und dann in den Himmel.
Die gnostische Lehre ist (siehe oben):
• Warst du gut genug, steigst du nach dem Tod in die unterste Ebene der Engelhierarchie und gehst dann weiter himmelwärts,
• warst du schlecht genug, fällst du auf die 11. Ebene, die Ebene von Dämonen und Widersachern, (aber nur so lange, wie für Umkehr und Wandlung nötig),
• wer aber dazwischen liegt, wird wieder Mensch und geht durch die „Seelenreinigung der Reinkarnation“, und danach auf die unterste Ebene der Engelhierarchie (um dann auf der „Jakobsleiter“ der Hierarchien weiter lichtwärts zu steigen).
Die Parallelen sind auffallend und sprechen für das Verständnis des Fegfeuers als die Reinkarnation – verschleiert und zu Unerkennbarkeit umbenannt!
Warum ging dann die christliche Reinkarnationslehre verloren?
Sie kommt ja heute wieder! Aber sie ging zuerst durch die Gründung der kirchlichen Lehre beim Konzil in Nicäa in 325 verloren. Das neue Glaubenssystem hat sie ausgeschlossen. Warum? Offensichtlich aus politischen Gründen! Kaiser Konstantin wollte die Kirche zum Werkzeug seiner Macht haben. Er führte Kriege und brauchte Soldaten. Wenn der Soldat weiß, dass er wieder geboren wird, und das vielleicht sogar auf der anderen Seite der Front, ist er nicht gut als Soldat brauchbar. Das Werkzeug der Macht sollte außerdem ein kräftiges und scharf geschliffenes sein. Der Mensch sollte glauben, nur durch die Kirche in den Himmel kommen zu können und nicht wissen, dass wir es alle tun, es ist nur eine Frage davon, nach wie vielen Inkarnationen. Wir sollten glauben, dass wir sonst für ewig verloren seien und nicht, dass am Ende alle gerettet werden. Daher die Taktik und Angstmacherei mit „Außerhalb der Kirche kein Heil“ (extra ecclesiam nulla salus), ein Spruch, der absurd ist, denn dann wäre ja der weitaus allergrößte Teil der Menschheit (seit ihrem Entstehen aufsummiert) für immer verloren … was ein vernichtend miserabler „Wirkungsgrad“ der Schöpfung bedeuten würde …
Die Gnostiker lehrten also die Präexistenz und die Reinkarnation als Stufenweg zurück zu Gott. Um das Jahr 300 herum stellte Methodius eine neue Lehre auf: Der ganze Mensch, mit Leib und Seele, sei ursprünglich unsterblich gewesen; der Tod mit Trennung von Leib und Seele sei durch den Neid des Teufels in die Welt gekommen; Gott stelle mit der Auferstehung den Menschen mit Leib und Seele wieder her. Diese Lehre wurde in Nicäa übernommen, offensichtlich weil sie in Konstantins Konzept besser passte.
Im Zuge der hier aufgezeichneten Entwicklung verschwand die Reinkarnationslehre aus dem zum Kirchentum werdenden Christentum.
„Man sieht besser mit dem Herz. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz, Kapitel XXI
ANHANG 1
Die provençalische Legende nach einem Text von Vincent Philippon, geschrieben 1521, dessen handgeschriebene Blätter sich heute in der Bibliothek von Arles befinden.
„Um das Jahr 40 herum setzte von Jerusalem aus ein Boot ohne Segel zur See und trieb über das Mittelmeer, bis es an der Küste von der Camargue ans Ufer trieb. Die Flüchtlinge auf dem Boot waren Maria Jacobäus, die Mutter von Jakob und die Schwester der Jungfrau, Maria Salome, die Mutter vom Apostel Jakob der Ältere, Johannes, Lazarus und seine zwei Schwestern Maria Magdalena und Martha, St. Maximinus und Cedonius [Sedonius], der Blindgeborene, der aber von Sarah, der Dienerin der zwei Marien, geheilt worden war [Sarah war auch im Boot, wird jedoch an dieser Stelle nicht explizit erwähnt – s.u.].“
Da Jerusalem nicht an der Küste liegt, werden sie erst zur Küste gegangen sein, um von dort mit dem Boot weiterzufahren. Es scheint unwahrscheinlich, das sie sich bis zur französischen Küste hätten treiben lassen (wie der Bericht andeutet), und das sogar ohne Vorräte; andere Quellen berichten von einer Landung um Vorräte aufzunehmen und eine Weiterfahrt mit Zwischenlandungen.
Nach einer sicheren Landung baute die Gruppe eine kleine Gebetskapelle für die Jungfrau. Die Jünger/innen wanderten auf verschiedenen Wegen weiter. Maria Magdalena ging nach Saint Baume und Martha nach Tarascon. Maria Salome, Maria Jacobäus und Sarah blieben in der Camargue und wurden später in der Gebetskapelle begraben. Ihr Grab war während den letzten 19 Jahrhunderten eine Pilgerstelle. Sie wurden während der Barbaren-Invasionen unter dem Altarplatz neu begraben, später entfernt und 1448 vom König René in einen Altarschrein gelegt.
Am Ort in der Camargue, wo das Boot gelandet sein soll (andere Quellen behaupten, es sei bei Marseille gelandet), liegt heute die kleine Stadt Les-Saintes-Maries-de-la-Mer. Dort befindet sich in der Krypta der Kirche eine Statue von Sarah, die als Sarah la Kâli von den Zigeunern als ihre Schutzheilige verehrt wird. Die Reliquien sollen sich heute in einer Krypta unter der Basilika zur Maria Magdalena in Saint Maximin in der Provence befinden.
Vgl. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_Magdalena.html
ANHANG 2
Gnostisches Christentum
Zwei Schulen der heutigen theologischen Wertung:
• Die herkömmliche deutsche Schule geht davon aus, dass das gnostische Christentum aus einer vorchristlichen Gnosis entstanden sei,
• die angelsächsische und französische hält hingegen dies für subjektiv und spekulativ, da sie nicht nachgewiesen ist. Die Position der letzteren ist, dass keiner der Texte die Annahme einer vorchristlichen Gnosis erlaubt, und auch nicht Vorstufen.
Die deutsche Haltung hat sich besonders durch bahnbrechende kritische Arbeiten von Carsten Colpe der Letzteren genähert. Man kann von einer eingeschränkten versteckten Sympathie der modernen Theologen für die Gnosis sprechen.
Merkmale der Gnosis:
• Ein radikaler Dualismus, der diese Welt als böse unter der Herrschaft feindlicher Mächte ansieht.
• Eine Unterscheidung zwischen dem unbekannten, transzendenten und wahren Gott und dem Demiurgen oder Schöpfer dieser Welt (Jahweh).
• Der Mensch ist seiner wahren Natur nach dem Göttlichen wesenhaft gleich.
• Ein Mythos von einem vorweltlichen Fall, der den gegenwärtigen Zustand des Menschen erklärt.
• Durch die Gnosis erlangt der Mensch durch die Einsicht in seine wahre Natur und seinen himmlischen Ursprung die Befreiung.
Theologische Realenzyklopädie, hg. von Gerhard Müller,Walter de Gruyter, Berlin, Bd. XIII, 1984, S. 519-550
Katharer
„Aus einem Teil der gefallenen Engel werden die Seelen der Menschen, denn diesen Engel gab Satan den Körper als Gewand, um ihre Erinnerung an die himmlische Heimat auszulöschen. … Diese spezifische Seelenvorstellung führt konsequent zum Glauben an die Metempsychosis [Reinkarnation], womit der Seele zu ihrem Zurückerinnern nicht nur ein begrenztes menschliches Leben zur Verfügung steht.“ Christus ist der Befreier aus der satanischen Macht.
„Die Christlichkeit ihres Lebens, aber auch ihres Glaubens, ist an allen Punkten nachweisbar. … Neuere Forschungsergebnisse machen die Revision des übernommenen Katharerbildes notwendig. Insbesondere kann festgestellt werden, dass gerade die Lehre der Katharer in vielen Punkten, bewusst und unbewusst, verzerrt wurde …, sei es durch a-priori-Urteile, in deren Licht dann Quellenaussagen genau in die gewünschte Richtung hineininterpretiert wurden. … Vor allem die jüngere französische Forschung … beweist, dass die Wertung der Katharer als ‚unchristlich’ nicht mehr aufrechterhalten werden kann.“
Theologische Realenzyklopädie, hg. von Gerhard Müller, Walter de Gruyter, Berlin, Bd. XVIII, 1989, S. 21-30