Wollen Sie Ihr Problem wirklich lösen?
„Ja, natürlich! Was für eine Frage!“ sagen Sie. Und doch gibt es Fälle, in welchen man es nicht will, obwohl man es möchte …
„Wie das? Was ist das für ein Unsinn?“ wird dann Ihre nächste Frage sein. Ich will versuchen, es zu erklären.
Es geht um das Zusammenspiel – oder auch nicht … – zwischen dem bewussten und dem unbewussten Ich. Das bewusste Ich sucht eine Lösung, aber das unbewusste Ich sträubt sich dagegen. Wie kann das sein? Ein Fall ist:
„Die Pille ist bitterer als die Krankheit“
Man erkennt in der Therapie – zum Beispiel Rückführungstherapie – dass die Ursache des Problems ein Trauma in der Vergangenheit ist, das man jetzt nicht wieder erleben möchte. Das unbewusste Ich sträubt sich sehr dagegen, etwa in der Art: „Wenn ich erst da hindurch muss, verzichte ich lieber auf die Lösung. Dann ist es einfacher, das Problem zu behalten.“ Daraus entsteht eine Blockade. Wir versuchen in der Rückführung diese zu überwinden, was oft gelingt – aber natürlich nicht immer.
Eine weitere Ursache kann in diesem Fall sein, dass man erkennen muss, dass man in einem früheren Leben ein Täter war. Zwar ist höchst wahrscheinlich die mehr unmittelbare Ursache des Problems ein in einem Opfererlebnis erlebtes Trauma. Aber dann steht die Frage an: Warum hat man das erleiden müssen?
Wenn ein Mensch ohne Ursache leiden würde, wäre das doch das Aller-Grausamste und das Aller-Ungerechteste! Wenn es zumindest eine Ursache gibt, dürfte es wohl doch einen Sinn und eine Gerechtigkeit im Leiden geben können …
Und was könnte dann die Ursache sein, wenn es die Reinkarnation gibt? Logischerweise das Karma! Karma bedeutet nicht Strafe, sondern, dass man eine Lektion bekommt (es gibt auch gutes Karma: Wer Gutes tut, erlebt gute Folgen, wer Schlechtes tut, erlebt schlechte Folgen). Wenn man Täter war und dann Ähnliches auf der Opferseite erlebt (meistens in einem späteren Leben): Liegen dann nicht darin ein Sinn und eine Gerechtigkeit? Demnach ist es in der Rückführungstherapie sogar zu erwarten, dass Opfererlebnisse Folgen von Tätersein sind. Denn sonst wären sie doch, wie gesagt, ohne Sinn und Gerechtigkeit … und das kann eigentlich nicht sein … Es ist aber nicht so, dass das auf ein Tätersein folgende Opfererlebnis uns „aufgebrummt“ wird, sondern unsere Seele sucht sich tatsächlich die Lektion, die sie weiß, dass sie für ihre Weiterentwicklung braucht.
Und wenn es keine Reinkarnation gibt – wo finden wir dann eine Ursache, die wirklich Sinn und Gerechtigkeit beinhalten kann?
Da sitzen wir alle im gleichen Boot. Jeder von uns hat in früheren Leben Übles getan, sonst wären wir ja nicht hier, sondern wir müssten nicht mehr inkarnieren. Manche Klienten haben aber einen stärkeren Widerstand dagegen, sich als Täter zu erleben, als Opfer zu sein. Dann kommen wir nicht so leicht zu einem wichtigen Abschnitt der Rückführung: Die Schuldgefühle vom Täterleben her (die wahrscheinlich heute noch in der Seele getragen werden) aufzulösen, womit das Karma auch ein Ende hat.
Widerstand in der Therapie
Sigmund Freud hat irgendwo geschrieben (in meinen Worte aus dem Gedächtnis wiedergegeben): „Ein wesentlicher Teil der Arbeit des Therapeuten besteht darin, die Widerstände des Patienten zu überwinden, die im Kranksein bleiben wollen“ – natürlich unbewusst bleiben. So ist es auch in der Rückführungstherapie. Man möchte einen Therapeuten haben, der zaubern kann. Er soll uns vom Problem befreien, ohne dass wir erst wissen müssen, was die Ursache ist. Oder zumindest ohne, dass wir uns diese Ursache bewusst werden und noch einmal durcherleben müssen. Das geht nicht!
In der klassischen Psychoanalyse versucht man es mit einer „Salamitaktik“. Man versucht, sich Stück für Stück der Ursache anzunähern, möglichst ohne dazugehörige Gefühle wieder zu erleben. Wenn das nicht eigentlich eine Illusion ist, ist es jedenfalls ein Prozess, der Jahre dauern kann.
In der Rückführungstherapie, hingegen, versuchen wir die Problematik in einer Rückführung zu klären und lösen, die dann 4-5 Stunden oder mehr dauern kann. Ist das wirklich möglich?
Die Konfrontation mit der Ursache des Problems
Konfrontation bedeutet auch, sich mit der Sache auseinanderzusetzen, und das erstreben wir in der Rückführung. Wir wollen nicht wie die Katze um den heißen Brei gehen, wie man es in der klassischen Psychoanalyse eher tut. Wir wollen direkt da hindurch gehen. Da kommt es nicht selten zu Widerständen. Es ist dann wie der Sprung ins kalte Wasser, das uns reinigen würde, aber wir kneifen dann davor. „Nicht so“ oder auch „Nicht so schnell. – Dazu bin ich noch nicht bereit.“ Das heißt eigentlich: „Ich bin noch nicht bereit, mein Problem ganz zu lösen.“ Vielleicht sogar (aber unbewusst!): „Ich will es noch ein wenig auskosten.“ Was ist da los? Es gibt da verschiedene Spielarten und es geht manchmal auch um andere Dinge, als nur „das Kneifen vor dem Sprung.“
Das vertraute Unwohlsein
Manche Menschen haben in sich
ein nicht allzu starkes aber doch negatives Gefühl, das sie (meistens seit der
Kindheit) mit durch das Leben tragen. Zum Beispiel eine Grundstimmung von
Traurigkeit. Sie empfinden es dann so: „Das gehört zu mir, ich habe mich ja so daran
gewöhnt. Wenn ich das loslasse, habe ich doch gar nichts mehr.“ Dahinter sehen
sie nur eine Leere. Im Gespräch mit dem sog. „inneren Helfer“ in der Rückführung
erkennen sie bald, dass diese „Leere“ eigentlich Platz für etwas Neues ist, das
anstelle der Traurigkeit kommen kann. Für was? Zum Beispiel Lebensfreude.
„Willst du dann wirklich die Traurigkeit behalten?“ Nun nicht mehr, und die
Person kann sie loslassen.
„Wenn ich ein bisschen leide, habe ich
Aufmerksamkeit“
Es ist nicht ganz selten, dass
man (wie immer eher unbewusst) einen gewissen Vorteil im Leiden sieht. Man
bekommt Aufmerksamkeit und Zuwendung von den Menschen herum und wird umsorgt.
„Kommt das wirklich aus den Herzen jener Menschen, oder mehr aus ihrem
Pflichtgefühl heraus?“ Man erkennt: Aus dem Pflichtgefühl. „Ist es wirklich das,
was du haben willst?“ – „Nein, ich hätte lieber, dass es aus ihren Herzen käme.“
Das kann die Person auch haben, aber nicht so. Nicht dadurch, dass sie unbewusst
die Zuwendung eigentlich mit Leid erpresst. Wenn sie sich selbst für die
Mitmenschen öffnet und ihnen das eigene Herz öffnet, werden es die meisten der
Anderen mit der Zeit auch so tun. Nach dieser Einsicht ist sie hoffentlich bereit, die leidvollen Gefühle
loszulassen.
Man will die Verantwortung Anderen überlassen
Wenn man ein bisschen leidet,
kann man Verantwortung und evtl. Schuld Anderen in die Schuhe schieben. Es ist
ja bequem, wenn man für sich und evtl. auch Andere (zum Beispiel die Familie)
keine Verantwortung übernimmt. Das können ja die Anderen tun. In Beziehungen, in
Familien, usw., ist man aber nie wirklich ohne einen eigenen Teil der
Verantwortung! Ein schwedisches Sprichwort sagt: „Wenn zwei streiten, ist
niemals nur der Andere Schuld.“ Kommt es sogar zu einem Konflikt, ist man
immer selbst mitverantwortlich! (Der Hauptanteil der eigenen Mitschuld kann
allerdings in einem früheren Leben liegen, wo der Konflikt zwischen den Seelen
eigentlich anfing.) Wenn man das einsieht – und auch, was man mit dieser Haltung
verliert – ist man hoffentlich bereit, entsprechende leidvolle Gefühle abzugeben. Das Opferspiel „Alle andere sind Schuld, nur ich nicht!“ schafft eher probleme, als sie zu lösen ...
Man will sich an jemand rächen
Wenn man zum Beispiel in der
Kindheit stark verletzt wurde, möchte man nicht selten unbewusst immer
noch darunter leiden, damit der/die Andere sieht, „was er/sie mir angetan hat“.
Sieht er/sie das? Natürlich nicht! Das ist ja das Letzte, das jene Person sehen
will. Und so leidet man umsonst … Man kann einsehen, dass dieses Spiel nichts
mehr bringt, als das Haften an das eigene Leid und das man es besser aufgibt.
Es ist doch viel besser, sich zu gönnen, dass es einem gut geht!
Der Preis für solche Verhaltensweisen ist immer zu hoch und sie haben einen Charakter von Selbsttäuschung. Es lohnt sich nie, sie aufrecht zu halten. Siehe hierzu auch http://www.christliche-reinkarnation.com/ResAbuseD.htm.
Ein Extremfall von unbewusster Rache kann in sehr seltenen Fällen vorkommen. Beispielsweise weiß eine Frau, dass ihr Mann eine Geliebte hat. Sie wird krebskrank und der Mann muss sie Pflegen und sich um sie kümmern, und wendet sich von der Geliebten ab. Nun triumfiert die Frau unbewusst. Sie hat ja erreicht, was sie wollte und sie meint irgendwo in sich, dass es das wert sei – was es natürlich gar nicht ist. Sie hätte doch besser mit dem Mann über dieses Problem sprechen sollen, hat es aber nicht gewagt (oder der Mann weist jedes Gespräch darüber ab), sondern spielt lieber hinten herum dieses unbewusste Spiel. Weshalb hat denn der Mann eine Geliebte? Da gibt es viele mögliche Ursachen. Wenn sie im ehrlichen Gespräch die Ursache erkennt und vielleicht auch, dass sie selbst dem Mann geben kann, was ihm (nach seiner Meinung) fehlt, kann das Problem eigentlich liebevoll gelöst werden. Oder sie trennt sich besser von ihm und lebt frei weiter, bis sie einen ihr besser passenden Partner findet. Aber das wagt sie nicht (zum Beispiel aus Existenzangst heraus). In wirklich äußerst seltenen Fällen kommt sogar die „letzte Rache“ vor. Bevor sie stirbt, verlangt sie vom Mann: „Versprich mir, dass du nicht wieder heiratest!“ (zum Beispiel wegen den Kindern, als Ausrede). Und er tut es in seinen Schuldgefühlen und bereut das später sehr. Vielleicht sabotiert er unbewusst sich selbst bei neuen Suchen nach einer Partnerin (denn er hat es ja versprochen). So ein erpresstes Versprechen ist aber wertlos und man kann sich leicht davon lösen.
Hinderliche Schuldgefühle
Es kommt manchmal vor, dass ein
unbewusstes Schuldgefühl (gewöhnlicherweise von einem früheren Leben her)
hindert, ein leidvolles Gefühl loszulassen. Irgendwo in sich meint man, dass man
nicht verdient habe, davon frei zu sein. Das Gefühl will flüstern: „Ich bin
doch so schlecht gewesen. Es steht mir nicht zu, vom Leid frei zu werden.“ Ein
bedauernswerter Irrtum! Meistens hat man seither die karmischen Lektionen
gelernt und das Schuldgefühl hat schon seinen Dienst getan. Es ist dann
höchste Zeit, sich davon zu befreien. Wir finden in dem Fall heraus, woher die
Person das Schuldgefühl hat und lösen es auf. Es kommt nur in seltenen Fällen
vor, dass es noch nicht Zeit ist, es loszulassen, zum Beispiel weil man heute
noch in einer entsprechenden karmischen Lektion steckt, oder dass man sich
innerlich erst mit jemandem versöhnen muss. Im letzteren Fall erstreben wir die
Versöhnung in der Rückführung (vgl.
http://www.christliche-reinkarnation.com/Versoehnung.htm) und dann kann man
das Gefühl doch loslassen.
Negative Gefühle auflösen.
Das in uns, was heute das Problem verursacht, ist eine emotionale
Erinnerung, die im unbewussten Ich liegt. Zum Beispiel eine Angst. Nehmen wir
als Beispiel eine Höhenangst. Die Ursache ist wahrscheinlich, dass man in einem
früheren Leben hinunterfiel und starb. Die alte Panik ist noch heute in der
unbewussten Erinnerung verborgen und diese muss aufgelöst werden. Sonst bleibt
sie da und kommt wieder hoch, obwohl es heute keinen Grund mehr dafür gibt. Dazu
muss man die damalige Situation wieder erleben und auch die damalige Angst. Sie
kommt dann kaum so stark, wie sie wirklich war, sondern stark genug, um zu
wissen, welches Gefühl man da hatte. So wird die alte Angst bewusst und kann
aufgelöst werden. Nur wenn man sie wieder eine kurze Weile fühlt, weiß man auch,
was man auflöst. Leider können wir nicht gut unbewusste Gefühle auflösen.
Mit dem Wiederleben weiß es einem außerdem heute klar: Die Angst gehört dort hin und
gar nicht ins Heutige.
Es wird nicht das ganze Gefühl aufgelöst
Negative oder gar (seelisch oder körperlich) schmerzliche Gefühle, die beim
Wiedererleben einer Situation in der Vergangenheit hervorkommen, werden mit
Hilfe vom „inneren Helfer“ symbolisch aufgelöst – d.h., die Energien dieser
Gefühle. Dann gehen wir zurück in die Situation, um nachzuprüfen, ob das Gefühl
ganz weg ist. Manchmal ist noch ein Rest da, der dann auch aufgelöst wird. Wir
wollen erreichen, dass die Situation am Ende neutral erlebt wird, oder – sofern
es auch solche gab – nur noch positive Gefühle erlebt werden (die natürlich
nicht aufgelöst werden). Es kann dann vorkommen, dass der Klient „schummelt“. Er
gibt sich selbst und/oder dem Rückführenden nicht zu, dass doch noch ein Rest da
ist. Entweder, weil er es schnell hinter sich bringen will, oder aus einem der
oben genannten Gründen. Der verbleibende Rest bleibt dann noch in der Person und
kann weiterhin Probleme verursachen.
Der „Therapeutenkiller“
Es gibt seltene Fälle von
Menschen, die ständig von einem Therapeuten zum nächsten gehen, mit einem
inneren Gefühl von: „Der taugt auch nichts. Er konnte mir auch nicht helfen.“ In
ihnen triumfiert dann ein kleines Teufelchen: „Ha! Da habe ich wieder einen
Therapeuten ausgetrickst und mein Problem erfolgreich verteidigt!“ Solche Fälle
sind die allerschwierigsten, denn diese Menschen lassen sich ja nicht helfen, sondern
suchen unbewusst nur die Bestätigung ihres Problems … Manche solche Menschen
machen sich ihr Problem regelrecht zu ihrem „Hobby“. Sie wissen es zu
analysieren und in psychotherapeutischen Begriffen zu kleiden, aber es ist doch
noch da. Ein Spiel, das sich durch Jahre und Jahrzehnte hindurch ziehen kann,
vielleicht durch das ganze Leben. (Aber daran verdienen zum Beispiel
Psychoanalytiker gut … vgl. hierzu:
http://www.christliche-reinkarnation.com/Freud.htm – allerdings in
Englisch.)
Beeinflussung von negativen Wesenheiten
Es kommt in wenigeren Fällen
auch vor, dass man von der Seele eines Verstorbenen oder gar einer negativen
Wesenheit beeinflusst ist (vgl.
http://www.christliche-reinkarnation.com/AttSoulsD.htm). Erst recht wenn es
sich um eine Wesenheit handelt, kann es dann sein, dass diese aktiv eine
Befreiung verhindern will, weil sie ein leidvolles Gefühl nutzen kann, um über
die Person Macht zu haben. So etwas ist normalerweise (wiederum …) unbewusst.
Es dürfte sich aber in der Rückführung entlarven, und dann kann man
etwas tun. (Eine Wesenheit kann in ungewöhnlichen Fällen sogar
Körperschmerzen verursachen. Es kommt auch vor, dass andere Menschen
unbewusst die Anwesenheit der Wesenheit fühlen und deswegen den Umgang
mit der Person meiden.) Ist eine Wesenheit da, möchte sie gerne
verhindern, entdeckt zu werden, denn sie will nicht gehen. Es gelingt
aber in den allermeisten Fällen, sie in die Lichtdimension zu bringen.
Versöhnung
Der Schlussstrich unter dem ganzen ist, dass man denjenigen verzeihen kann,
der uns Seelenschmerzen verursachte. Dann ist man endgültig frei. Aber, wie kann
man so etwas verzeihen? Wie oben erwähnt, kann es, wenn es – im Kosmos, in der
Schöpfung, von Gott her – eine wahre Gerechtigkeit geben soll, kein Leid ohne
Grund geben, denn das wäre ja das ungerechteste, was man sich vorstellen kann.
Wenn die diesen Grund erkannt ist und man somit den ganzen Zusammenhang
überblicken kann, kann man auch verzeihen! Etwa nach dem Prinzip, der einmal
Buddha gesagt hat: „Betrachte jeden, der dir weh tat, als deinen Lehrer.“ Nicht
leicht, aber sicher richtig. Dann erkenne ich manchmal auch, dass der heutige „Täter“
früher ein „Opfer“ von mir war, sodass er auch mir etwas zu verzeihen hat, und
wir suchen auch dieses gegenseitige Verzeihen zu erreichen.
„Den Pfennig und das Brötchen haben“
In einigen Fällen will man, wie man in der Schweiz sagt, „Den Batzen und das
Wecklein haben“ („Dr Batze und s’Weggli ha“). Man will die Lösung haben
und letzten Endes lieber doch nicht die Ursache wirklich wahr haben. Es sei wohl
doch nicht wirklich so gewesen, vielleicht hat man es sich doch eher nur
vorgestellt oder fantasiert, oder es war irgendwie symbolisch. Aber, woher kamen
dann die seelenverletzenden Gefühle, die wir (hoffentlich) aufgelöst haben?
Waren diese auch vorgestellt? Kann man sich wirklich Gefühle fantasieren, die
keinen wirklichen Grund haben? Und gibt es überhaupt solche Phantom-Gefühle?* Damit ist
es wohl doch noch eher eine halbe Sache und das Problem ist immer noch nicht
vollständig gelöst ...
*In der Schul-Psychologie spricht man dann gerne von Symptomverschiebung, Projektionen u.Ä., was mir im Allgemeinen auch ziemlich fantasievoll erscheint und wozu mir das Wort Phantom-Theorie in den Kopf kommen will, auch wenn ich nicht völlig ausschließen kann, dass es in eher seltenen Einzelfällen auch so etwas geben kann. Wo so etwas behauptet wird, geht es meistens darum, die sog. Reinkarnationstherapie wegerklären zu wollen, sich an ein solches Strohhalm klammernd, weil man es nicht wahr haben will, dass es tatsächlich frühere Leben gibt. Die eigentliche „Symptomverschiebung“ ist dann in Wirklichkeit der umgekehrte Vorgang, die Ursache aus einer tatsächlichen Vergangenheit (in einem früheren Leben, aber u.U. auch in einer „heilen Welt“ am Anfang des heutigen Lebens, die als vorgefasste Meinung der Umwelt für heil gehalten werden soll, sodass ein Schein der Glorien der Beteiligten aufrechterhalten wird) zur Rettung einer vorgefassten Meinung ins Heutige verschieben zu wollen. In gewissen Therapieformen wie Rescripting und Reframing will man in manchen Fällen sogar so etwas dem Klienten suggerieren, womit man ihm m.E. eine Lebenslüge mit auf dem Weg gibt. So wird die Wahrheit wieder verdrängt und sie wird eines Tages erneut aus dem unbewussten Ich auftauchen ... denn Verdrängen ist Verstecken-und-Behalten und keineswegs eine Befreiung.