Die Stadt Ur und die derzeitige Menschheit
Die Stadt Ur lag vor 3-6 Jahrtausenden in Mesopotamien und war ein Zentrum der sumerischen Kultur. Aus dieser Stadt kamen die Hebräer und wurden von Jahweh in das Land Kana‘an geführt (1Mos 11,28-31), wo sie offensichtlich mesopotamisches Wissen bewahrten. Später wurden sie wegen einer Hungersnot nach Ägypten weitergeführt (1Mos 12,10). Dort wurden sie mit der Zeit wie zweitrangige Menschen behandelt und Jahweh nutzte ihre Not, um sie viel später „zur Rettung“ nach Kanaʻan zurückzuführen. Als sie nach einer sehr langen Wanderung dort angekommen waren, sahen sie zu ihrer Enttäuschung, dass das Land, das Jahweh ihnen versprochen hatte, nicht frei war. Dort lebten Menschen in Städten. Jahweh sagte ihnen dann durch Moses, dass sie alle diese Menschen fast restlos töten sollten und nicht eine Frau, ein Kind noch einen alten Mann schonen (es wurden manchmal nur Jungfrauen als Kriegsbeute am Leben gelassen, wahrscheinlich eher für sexuelle Dienste). Das war der erste große Holocaust und die Bibel berichtet ausführlich darüber in den Büchern Josua und Richter und auch im 5 Buch Mose. Im letzteren Buch verspricht ihnen Jahweh vor diesem Völkermord Folgendes „Wenn dich nun der HERR, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, dass er dir große und gute Städte gebe, die du nicht gebaut hast, und Häuser, alles Guten voll, die du nicht gebaut hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast, dass du essest und satt wirst …“ (5Mos 6,10-11). Damit haben die Hebräer auf Jahwehs Befehl ihre eigenen Vorfahren mit der Ausrede vernichtet, dass sie Sünder seien. Ihre einzige „Sünde“ war jedoch, dass sie altes mesopotamisches Wissen über die Herkunft der derzeitigen Menschheit bewahrt hatten, das Jahweh uns vorenthalten wollte. Es war eine Art von ethnischer Säuberung.
Es ist wirklich erstaunlich, dass Menschen, die sich für Christen halten, diese blutigen Seiten der Bibel einfach zu übersehen scheinen, oder sie mit Scheuklappen lesen, sodass sie diese Ungeheuerlichkeiten nicht zur Kenntnis nehmen. Dieser blutrünstige „Gott“ kann doch nicht der wahre Urschöpfer sein, von welchem wir Liebe, Heil und Schutz erwarten! Vgl. Eine Auswahl der vielen Grausamkeiten in der Bibel.
Die ersten Christen waren die Gnostischen Christen und sie hatten ein anderes Weltbild als das des kirchlichen Christentums. Dieses Urchristentum war schon vor Paulus da und entstammte dem inneren Kreis um Jesus herum. Dass es um ihn herum zwei Kreise gab, ist offensichtlich: der äußere Kreis von Menschen, die ihn öffentlich sprechen gehört hatten, und der innere Kreis von seinen Jüngern und anderen ihm nahe Stehenden. Im inneren Kreis lehrte Jesus offensichtlich manche Dinge, über welche er nicht öffentlich sprach. Davon zeugt seine Aussage: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (Joh 16:12). Was er im äußeren Kreis nicht sagte, hat er zweifellos im inneren Kreis gesagt und das wurde auch zum Wissensgut der Gnostischen Christen.
In Joh 8,31-47 spricht Jesus Worte, die umstritten sind. Man kann diese direkt so verstehen, dass er jenen Menschen, zu denen er sprach, klar machen wollte, dass Jahweh nicht sein „Vater“ ist, sondern ein „Gott“ niederen Ranges. Derjenige, den er „Vater“ nannte, ist dann der höchste Gott, der Urschöpfer, der in vorisraelischen Zeiten El Elyon genannt wurde. Dieser in Kanaʻan verehrte El Elyon hatte 70 Söhne und einer davon war Jahweh (der außerdem eine Gemahlin Asherah hatte, die in der hebräischen Bibel erwähnt aber in Übersetzungen vertuscht wird). Das findet Bestätigungen in der Schöpfungsgeschichte des Gnostischen Christentums und in archäologischen Funden aus der Zeit vor der mörderischen Invasion der Hebräer. In den letzten 50 Jahren hat die religionshistorische Forschung hier vieles aufgedeckt.
Die gnostische Schöpfungsgeschichte ist sehr kurz gefasst wie folgt (anlehnend an den Text Das Apokryphon des Johannes).
Das Erste Wesen ist unsichtbar, unbenannt und ein unermessliches Licht, es ist ewig und ein unzerstörbarer Vater. Durch seinen Willen erströmte aus ihm Barbelo (Etymologie umstritten, sie wird auch als Pronoia oder „Vorsehung“ bezeichnet), als ein weibliches Gegenüber, ein ihm gleiches Licht, der erste Gedanke, die gebärende Urmutter der Schöpfung, der Heilige Geist. Durch einen Funken vom Ersten Wesen erschien aus ihr der androgyne Autogenes („der aus sich selbst Entstandene“), den wir Christus nennen.
Dann entstanden aus dem Ersten Wesen und Christus vier Lichtäonen um Christus zu dienen. Die letzte davon ist Eleleth, wozu am Rande der göttlichen Vollkommenheit Sophia gehört, die Weisheit.
Sophia setzte eine eigene Schöpfung in Gang. Sie versuchte, das Erste Wesen nachzumachen und ließ aus sich selbst ein Wesen entstehen, so wie Barbelo aus sich Autogenes hatte erströmen lassen. Damit wollte sie sich eine Nachkommenschaft machen, aber ohne Rücksprache mit dem Ersten Wesen. Da ein männliches Element fehlte, entstand wegen ihrer Unvollkommenheit ein Wesen wie ein Drache (oder eine Schlange) mit Löwengesicht, das sie Jaldabaoth nannte (wahrscheinlich vom hebr. jalda bahut, „Sohn des Chaos“). Sie war erschrocken und versteckte es voller Scham zuerst in einer Wolke und warf es nachher aus der göttlichen Vollkommenheit (Pleroma), heraus. Dann entwich es in die untere Regionen. Sophia hatte danach die Gnade des Ersten Wesens nicht mehr und wurde nun Norea genannt. Sie inkarnierte später als die Tochter von Adam und Eva. Die Söhne Kain und Abel entstanden hingegen dadurch, dass Jaldabaoth Eva vergewaltigte. Erst Seth war ein echtes Kind der beiden.
Jaldabaoth stahl Kraft von seiner Mutter. Er war aber trotzdem schwach, jedoch ehrgeizig und machtgierig. Er ließ aus sich 12 Wesenheiten entstehen, die Archonten, um in den niederen Regionen zu herrschen, die er für sich gepachtet hatte, und er erschuf dazu auch 365 Engel als Helfer. In seiner Arroganz prahlte er vor den Archonten: „Ich bin Gott und es gibt neben mir kein anderer Gott!“ Darum wurde er auch Samael (der Blinde) genannt, weil er die Wahrheit nicht sehen wollte. Er wird auch Saklas (der Tor) genannt, ein Wort, dass manchmal mit Satan verbunden wird. In seiner Region manifestierte sich grobstoffliche Materie.
Die Welt Jaldabaoths ist eine Welt in den dunkleren Regionen, in der er das gestohlene Licht der Sophia wirken lässt. Dadurch ist diese Welt weder hell noch dunkel, sondern trübe. Die darin leben, sind aber an das trübe Licht gewöhnt und wissen nicht, dass es ein helleres gibt.
Jaldabaoth suchte dann die Kontrolle über die Essenz des Lichts wieder zu gewinnen. Dazu setzte er die menschliche Vermehrung in Gang und hoffte, mit spirituellen Scheinkräften bewohnte neue menschliche Körper entstehen zu lassen. Diese Scheinkräfte sollten die Menschenrasse verführen und sie in Unwissenheit halten, sodass sie sich ihm unterwirft. Das ist die Quelle alles Übels und aller Verwirrung und lässt Menschen sterben, ohne die Wahrheit zu finden und ohne den wahren Gott zu kennen.
Wie kam es dann zu den unteren, finsteren Regionen? Origenes (ca. 185-254 n.Chr.) stand den Gnostischen Christen nahe und erklärte in seiner Schrift Von den Prinzipien dies wie folgt. Ursprünglich waren wir alle im göttlichen Licht, auch die Seelen, die dann zu Menschen wurden. Viele von uns empfanden mit der Zeit Überdruss an das Dasein im Licht und wollten heraus, um Erfahrungen zu haben, die man im Licht nicht haben kann. Gott zog dann sein Licht zusammen (die Kabbalisten bezeichnen dieses Zusammenziehen Gottes als Tzsimtzum). Dadurch entstand außerhalb seines Lichtes eine finstere Region – je weiter außerhalb um so finsterer – wohin diese Seelen gehen konnten. Die gnostischen Texte sprechen von Jaldabaoth als ein „Irrtum“, als ein Fehler in der Schöpfung. Es ist aber schwer vorstellbar, dass der Schöpfergott einen Fehler macht, sondern es wird darin eine Absicht geben, nämlich eine Wesenheit entstehen zu lassen, die im finsteren Bereich herrschen und diesen Bereich organisieren solle. Diese Wesenheit darf nicht ein Lichtwesen sein, denn dann käme Licht in die Finsternis, die dann keine Finsternis mehr wäre. Also entstand eine Wesenheit, in der das Licht verborgen war und die von ihrem inneren Licht nicht wusste. Diese konnte dann in die Finsternis gehen.
Wer war dann Jesus? Christus ist eine so hohe und gottnahe Wesenheit, dass sie sich kaum als Mensch inkarnieren würde. Stattdessen sandte er uns einen Botschafter, der Jeshua (Jesus) genannt wurde. In der gnostischen Schrift Das Evangelium der Wahrheit steht, dass „Der Irrtum“ (siehe oben) sich darüber aufregte, dass Jesus den Menschen „verbotene“ Wahrheiten lehrte, und dass er dann Jesus an einen Baum (ein Kreuz) nageln ließ. Damit hoffte Jahweh, dass die Lehre Jesu sich in Sande verlaufen würde, aber sie wurde (wohl auch wegen des Opfers am Kreuz) im gnostischen Christentum zunehmend stärker. Dann brachte er den römischen Kaiser Konstantin dazu, im Jahre 325 n.Chr. zu einem Konzil in Nizäa (heute İznik in der Türkei) zu rufen, um die Kirche in der heutigen Gestalt zu gründen. Zugegen waren auch Gnostische Christen, die er nie zu Wort kommen ließ und deren Anträge und Bittschriften er ungeöffnet dem Feuer übergab. Danach galten diese Christen als Häretiker und verschwanden allmählich von der Bühne. Konstantin war nicht wirklich ein Christ, sondern ein Opportunist, der in einer Kirche ein geeignetes Werkzeug für seine weltliche Macht sah.
Was Jesus betrifft, hatte er eine Botschaft, welche der weltlichen (jahwistischen) Macht nicht passte. Deshalb wurde später Paulus dazu gebracht, diese durch ein abgewandeltes Christentum zu ersetzen. Es ist eher ein Scheinchristentum, das die tieferen Wahrheiten des Gnostischen Christentums nicht enthält, siehe Eine kurze Geschichte des Christentums. Glücklicherweise fand man 1945 in Nag Hammadi in Ägypten eine ganze Bibliothek von verschollenen gnostischen Schriften, sodass die gnostische Lehren heute wieder zugänglich sind.
Zu der Schöpfung des Universums gehören aber noch mehr Berichte. In Mesopotamien, wo die Stadt Ur lag, wurde eine sehr große Menge von Texten in Keilschrift auf Lehmtafeln gefunden, die man erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts allmählich entziffern konnte. Da trat eine Schöpfungsgeschichte hervor, die in einem Text steht, der Enuma Elish genannt wird (nach den zwei ersten Worten im Text, die „wenn oben“ bedeuten). Viele mesopotamische Texte haben eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Alten Testament der Bibel und berichten über die Schöpfung des Universums und der Menschen und zum Beispiel auch über die Sintflut, sodass heutige Ethnologen und Sprachforscher sie für eine Vorlage der biblischen Texte halten. Theologen und Rabbiner wehren sich dagegen, denn für sie darf es nichts Älteres als die Bibel geben – aber die Indizien sind wirklich überzeugend. Theologen und Rabbiner scheuen jedoch keine Mühe, um diese Indizien wegerklären zu versuchen.
In Enuma Elish wird von einem Schöpfergott Apsu berichtet, der mit seinem weiblichen Gegenüber Tiamat das Universum erschuf. Diese können sehr gut mit dem Ersten Wesen und mit Barbelo in den gnostischen Texten verglichen werden. Zu diesen zwei gehörte, als Dritter, auch der „Wesir“ Mummu des Apsu. Möglicherweise kann er mit Christus verglichen werden, aber dafür wissen wir zu wenig über Mummu. Die weit hergeholte Deutung der Gelehrten an unseren Universitäten von Apsu als „Süßwassermeer“ und Tiamat als „Salzwassermeer“ wird daher kommen, dass sie sich immaterielle Welten nicht vorstellen können und erst recht nicht, dass es in ihnen nicht-physisches Leben geben kann.
Diese erschufen auch Götter, welche die Welten des Universums bevölkerten. Es wird uns aber nur von einem einzigen erschaffenen Göttervolk berichtet – es gibt zweifellos auch andere – die man nach ihrer obersten Gottheit Anu als Anunnaki (oder Anunna) bezeichnet. Diese stifteten Unruhe in der Schöpfung und Apsu wollte deshalb ihre Schöpfung rückgängig machen, aber Tiamat (die ja schließlich ihre Urmutter war) war dagegen. Es kam trotzdem dann zu einem Kampf zwischen dem Annunaku Marduk und Tiamat, in welchem sie umgebracht wurde (ich verwende „Anunnaku“ als eine vereinfachte Einzahlform von der mehrzahligen Bezeichnung „Anunnaki“). Auch Apsu und Mummu wurden angeblich umgebracht, aber kann man wirklich die Urgötter, der Urschöpfer und seine gebärende Tiamat, umbringen? Natürlich nicht, denn damit würde die ganze Schöpfung vernichtet. Dies kann nur bedeuten, dass die Anunnaki mit den Urschöpfern nichts zu tun haben wollten, sondern ihnen den Rücken drehten und sie ihrem Volk für tot erklärten.
Diese Anunnaki haben dann auf unserer Erde die ersten der derzeitigen Menschenrasse (es wird aber vorher auch andere gegeben haben) „erschaffen“. Sie kamen hierher, um Mineralien zu ergattern, die sie zu ihrem Planeten Nibiru bringen wollten, und brauchten dazu Arbeiter. Was ist ein wirkliches Erschaffen? Es bedeutet, etwas vorher nicht Vorhandenes aus dem göttlichen Urlicht entstehen zu lassen. Das konnten die Anunnaki nicht, sondern sie vermischten in genetischen Versuchen ihre Genen mit jenen von irdischen Lebensformen. Zuerst entstanden unfertige und fehlerhafte Geschöpfe. Dann war aber ein letzter Versuch schließlich gelungen und es entstanden vier männliche und vier weibliche Vorlagen der heutigen Menschheit. Die Anunnaki waren damals in Mesopotamien und im heutigen Nahen Osten, und auch in der Stadt Ur.
Die zwei obersten Anunnaki, als sie auf der Erde waren, waren Enki und Enlil. Sie werden noch heute, aber jetzt unsichtbar, Einfluss auf das Geschehen auf dieser Erde haben. Enki ist ein Freund der Menschen, aber Enlil verachtet sie. Sehr vieles in den mesopotamischen Schriften spricht dafür, dass Enlil derjenige ist, den wir Jahweh nennen. Unter anderem wollte er die Menschheit durch die Sintflut auslöschen, aber Enki rettete einige, aus welchen eine neue Menschheit hervorging. Er tat es mit Hilfe von Noah, der in Mesopotamien Ziusudra oder Utnapishtim genannt wurde. Wer ist dann Allah? Ist er Jahweh mit einer neuen Maske? Diese Frage ist durch das derzeitige Geschehen auf unserer Erde aktualisiert worden. Weder Jahweh noch Allah sind Namen, sondern Bezeichnungen. Jahweh wird meistens als „er, der ist“ gedeutet und Allah beutet einfach „der Gott“ (al-Lah).
Es mag noch erwähnt werden, dass der erste Satz in der Bibel auch als ein Indiz für die Existenz erschaffener „Götter“ verstanden werden kann. Der Satz lautet in Hebräisch: Bereshit bara Elohim vet ha shamajim vet ha aretz und wird offiziell übersetzt als „Am Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde.“ Elohim ist unbestreitbar die Mehrzahl von Eloah = Gott, was man dadurch erklären will, dass es sich hier um ein Pluralis Majestatis handele. Deshalb wollen aber manche hier „die Götter“ verstehen, aber das geht nicht auf, weil das Verb bara in Einzahl steht. Das erste Wort bereshit kann jedoch auch anders übersetzt werden, nämlich als „der Aller-Erste“. Das Wort shamajim hat auch die Mehrzahl. Damit kommen wir zur folgenden (aber nicht anerkannten …) Übersetzung: „Der Erste (der Urschöpfer) erschuf die Götter, die himmlischen Welten und die Erde.“
Zu diesem hier nur sehr kurz dargestellten Thema kannst du in meinem demnächst erscheinenden Buch Die Herrschaft der Anunnaki viel mehr lesen (Amra-Verlag, Hanau).